Paxos mintet versehentlich 300 Billionen Dollar in Stablecoins: Ein Weckruf für Krypto-Regulierungen

# PayPals Krypto-Partner mintet mit einem ‘technischen Fehler’ sage und schreibe 300 Billionen Stablecoins

In einem der spektakulärsten Fehler in der Finanzgeschichte hat Paxos versehentlich 300 Billionen Dollar an ungesicherten PayPal USD-Stablecoins erzeugt, während es am 15. Oktober zu einem routinemäßigen Wallet-Transfer kommen sollte. Das New Yorker Department of Financial Services bestätigte den Vorfall, der das Angebot an PYUSD vorübergehend auf einen Betrag erhöhte, der die gesamte Weltwirtschaft überstieg, bevor innerhalb einer Stunde eine Korrektur vorgenommen wurde.

## Das Ausmaß des Fehlers

Der Fehler entstand aus einem einfachen Transfer von 300 Millionen Dollar zwischen Paxos-kontrollierten Wallets. Laut Analysen von On-Chain-Daten brannte Paxos während des versuchten Transfers versehentlich 300 Millionen PYUSD-Token. Als das Unternehmen versuchte, diesen Fehler zu korrigieren, indem es die verbrannten Token zurück in das ursprüngliche Wallet mintete, ging etwas katastrophal schief.

Anstatt die beabsichtigten 300 Millionen zurückzustellen, schuf Paxos 300 Billionen Token. Um diese erstaunliche Zahl ins rechte Licht zu rücken: Sie übersteigt die gesamte Marktkapitalisierung der Stablecoins von 310 Milliarden Dollar um fast das Tausendfache. Dieser Fingerfehler übertraf sogar den 81 Billionen Dollar großen Buchhaltungsfehler von Citigroup im Vorjahr, als der Bankgigant versehentlich ein Kundenkonto kreditierte, bevor die Transaktion rückgängig gemacht wurde.

## Schnelle Reaktion und Eindämmung

Paxos handelte schnell, um den Schaden einzudämmen, und verbrannte das überschüssige Angebot innerhalb einer Stunde, nachdem der Minting-Fehler entdeckt wurde. Das Unternehmen bestätigte, dass keine Kundengelder betroffen waren und kein externer Sicherheitsvorfall stattgefunden hat. Alle Wallet-Bestände wurden auf die korrekten Beträge wiederhergestellt, was finanzielle Schäden für die Nutzer des PYUSD-Stablecoins verhinderte.

Die NYDFS erklärte, dass sie weiterhin aktiv mit Paxos und PayPal in Bezug auf den Vorfall in Kontakt steht, was signalisiert, dass eine gründliche Untersuchung der betrieblichen Kontrollen und Sicherheitsvorkehrungen im Gange ist.

## Fragen zur Besicherung und zu Kontrollen

Das ohne Präzedenzfall auftretende Ausmaß des Fehlers löste sofort eine kritische Betrachtung von Marktbeobachtern, DeFi-Forschern und Kryptoanalysten aus. Eine grundlegende Frage stellte sich: Wodurch war dieses 300 Billionen Dollar schwere Stablecoin zu dem Zeitpunkt seiner prägung gesichert?

Einige Analysten bemerkten den zeitlichen Ablauf des Vorfalls, der innerhalb weniger Tage nach PayPals Liquiditätspartnerschaft mit einer 1-Milliarde-Dollar-Investition und Bemühungen zur Angleichung von PYUSD an tokenisierte Treasury-Instrumente stattfand. Während Paxos behauptet, dass es sich um einen technischen Fehler handelte, war die Nähe zu wichtigen Infrastrukturänderungen in der Krypto-Community nicht unbemerkt geblieben.

Andere wiesen auf hypothetische Szenarien hin, die eine solche Fehlfunktion möglicherweise offenbart. Berechnungen zeigten, dass das Verleihen von 300 Billionen Dollar zu einem jährlichen Prozentsatz von 5 % für nur eine Stunde theoretisch 1,71 Milliarden Dollar generieren könnte, bevor die überschüssigen Token verbrannt werden. Zwar gibt es keine Beweise dafür, dass dies geschah, das Szenario illustriert jedoch die potenziellen Risiken, die mit Systemen verbunden sind, die solche enormen Mengen ungesicherter Vermögenswerte, selbst vorübergehend, schaffen können.

## Der Fall für Proof-of-Reserve-Systeme

Branchenspezialisten haben diesen Vorfall als Beweis dafür genutzt, dass Stablecoin-Emittenten stärkere Sicherheitsvorkehrungen benötigen. Befürworter fordern, dass Proof-of-Reserve-Mechanismen direkt in die Token-Minting-Funktionen integriert werden, die als Validierungsprüfungen dienen würden, bevor neue Token erstellt werden können.

Solche Systeme würden die zusätzliche Token-Emission verhindern, es sei denn, off-chain Reserven wären zuerst verifiziert, um die volle Besicherung aufrechtzuerhalten. Dieser Ansatz könnte das Risiko von unendlichen Mint-Angriffen, bei denen ungesicherte Token in großen Mengen geschaffen werden, beseitigen und potenziell alle Märkte, die den Token auflisten und unterstützen, gefährden.

Der Vorfall hat weitreichende Diskussionen ausgelöst, ob die Echtzeit-Validierung der Proof-of-Reserves für regulierte Stablecoin-Emittenten zur Pflicht werden sollte, insbesondere für solche, die unter der Aufsicht von Finanzregulierungsbehörden wie der NYDFS arbeiten.

## Marktimpakt und Implikationen

Datenanalysefirmen berichteten, dass das Ereignis erhebliche Aufmerksamkeit erregt hat, da es eine enorme und ungewöhnliche Menge an Stablecoins war, die geschaffen und dann schnell verbrannt wurden. Obwohl die schnelle Korrektur eine Marktstörung verhinderte, wurde der Vorfall zu einer großen PR-Herausforderung für sowohl Paxos als auch PayPal.

Der Fehler wirft breitere Fragen zu den operativen Kontrollen in regulierten Stablecoin-Operationen auf. Wenn ein lizenziertes und reguliertes Unternehmen wie Paxos, das unter der Aufsicht der NYDFS arbeitet, einen solch massiven Fehler machen kann, was sagt das über die Robustheit der aktuellen Sicherheitsvorkehrungen in der Stablecoin-Industrie aus?

Während Regulierungsbehörden und Branchenbeteiligte die Lektionen aus diesem Vorfall verarbeiten, könnte dies als Katalysator für die Implementierung strengerer technischer Kontrollen und Validierungsmechanismen im gesamten Stablecoin-Ökosystem dienen. Die Krypto-Community wird genau beobachten, welche Änderungen aus der laufenden Überprüfung der NYDFS resultieren und ob dieser historische Fehler zu bedeutenden Verbesserungen bei der Ausgabe und Verwaltung von Stablecoins führt.